ASTM-Werkstoffe 4 Min. Lesezeit
ASTM B117 salt spray testing guide: Ein Praxisleitfaden Für Compliance Und Prüfungen
Die ASTM B117 Salzsprühnebelprüfung ist ein Standardverfahren zur Bewertung der Korrosionsbeständigkeit von beschichteten und unbeschichteten Metallen. Dieser Leitfaden erläutert Prüfaufbau, Durchführung, Grenzen der Methode und die Einbindung in ein normkonformes Qualitätsmanagementsystem.
Einführung in die ASTM B117 Salzsprühnebelprüfung
Die ASTM B117 ist eine der ältesten und am weitesten verbreiteten Normen zur Bewertung der Korrosionsbeständigkeit von Metallen und beschichteten Oberflächen. Sie beschreibt ein beschleunigtes Prüfverfahren, bei dem Proben in einer geschlossenen Kammer einem kontinuierlichen Nebel aus Salzlösung ausgesetzt werden. Der ASTM B117 salt spray testing guide fasst die wesentlichen Anforderungen zusammen und zeigt, wie Prüfergebnisse zu interpretieren sind. Die Norm wird häufig in der Automobil-, Bau- und Elektroindustrie eingesetzt, um die Qualität von Beschichtungen, Verzinkungen und anderen Korrosionsschutzsystemen zu überwachen. Sie ist kein Ersatz für Freibewitterungsversuche, sondern dient als schnelles, reproduzierbares Screening-Verfahren. Die aktuelle Fassung ist ASTM B117-19, herausgegeben von ASTM International.
Normative Grundlagen und Abgrenzung zu ISO 9227
ASTM B117 ist eine US-amerikanische Norm, die international häufig mit ISO 9227 verglichen wird. Beide Verfahren ähneln sich, unterscheiden sich aber in Details wie der Salzkonzentration, dem pH-Wert und der Prüfkammergestaltung. Während ISO 9227 drei Prüfarten (NSS, AASS, CASS) definiert, legt ASTM B117 den Fokus auf die neutrale Salzsprühnebelprüfung (NSS). Für die Materialprüfung im Rahmen von ISO 9001 oder IATF 16949 ist die genaue Kenntnis der jeweiligen Norm unerlässlich. Die ASTM B117 legt beispielsweise eine Natriumchloridlösung mit 5 % Salzgehalt fest, während ISO 9227 für NSS ebenfalls 5 % vorsieht, aber andere Toleranzen bei der Kondensatmenge angibt. Auch die Anforderungen an die Prüfkammer und die Probenhalterung sind präzise beschrieben. Die Prüfkammer muss aus korrosionsbeständigem Material bestehen und über eine Nebelabscheidung verfügen. Die Temperatur wird auf 35 °C ± 2 °C geregelt. Die Konzentration der Salzlösung wird regelmäßig überprüft.
Prüfablauf und Parameter nach ASTM B117
Die Prüfung erfolgt in einer geschlossenen Kammer. Eine 5%ige Natriumchloridlösung wird bei 35 °C verdüst. Der pH-Wert der Lösung liegt zwischen 6,5 und 7,2. Die Proben werden in einem Winkel von 15 bis 30 Grad zur Vertikalen platziert, um Kondensation und gleichmäßige Benetzung zu gewährleisten. Die Sprührate wird so eingestellt, dass sich in 24 Stunden 1 bis 2 ml Lösung pro 80 cm² Sammelfläche ansammeln. Die Kammeratmosphäre muss ständig gesättigt sein, um Verdunstung zu vermeiden. Die Prüfdauer richtet sich nach der Spezifikation und kann von 24 Stunden bis zu mehreren tausend Stunden reichen.
Probenvorbereitung und -platzierung
Vor der Prüfung müssen die Proben gereinigt und entfettet werden. Beschichtete Proben werden oft an der Kante versiegelt, um Randkorrosion zu vermeiden. Die Platzierung erfolgt so, dass sich die Proben nicht gegenseitig beeinflussen. Referenzproben dienen der Überwachung der Kammerbedingungen. Die Proben sollten nicht flach liegen, damit sich keine Pfützen bilden. Eine gleichmäßige Benetzung ist entscheidend für reproduzierbare Ergebnisse. Die Proben werden vor der Prüfung gewogen, um Masseverluste zu bestimmen. Nach der Prüfung werden sie mit Wasser abgespült und getrocknet.
Prüfdauer und Bewertung
Die Prüfdauer wird vertraglich oder normativ festgelegt und kann von 24 Stunden bis zu mehreren hundert Stunden reichen. Nach der Prüfung werden die Proben auf Korrosionserscheinungen wie Rost, Blasenbildung oder Unterwanderung untersucht. Die Bewertung erfolgt visuell oder mithilfe von Standards wie ASTM D1654. Häufig werden auch fotografische Dokumentationen angefertigt. Die Ergebnisse werden in Prüfberichten festgehalten, die alle Parameter und Beobachtungen enthalten.
Interpretation der Ergebnisse und Grenzen der Methode
Ein häufiges Missverständnis: Die ASTM B117 ist keine Lebensdauervorhersage. Sie dient dem Vergleich von Materialien oder Beschichtungen unter definierten Bedingungen. Die Ergebnisse korrelieren nicht direkt mit realen Umgebungsbedingungen. Daher sollte der ASTM B117 salt spray testing guide immer im Kontext der späteren Anwendung gelesen werden. Für die Bewertung von Verpackungen und Transporten ist beispielsweise ASTM D4169 heranzuziehen, wie im ASTM D4169 Distribution Testing Schedule Guide beschrieben. Die Salzsprühnebelprüfung kann auch durch zyklische Korrosionsprüfungen ergänzt werden, die realitätsnäher sind. Die Reproduzierbarkeit der Ergebnisse hängt stark von der Einhaltung der Prüfbedingungen ab. Abweichungen bei pH-Wert, Temperatur oder Sprührate können zu signifikanten Unterschieden führen.
Dokumentation und Compliance-Anforderungen
Die Prüfung muss lückenlos dokumentiert werden. Dazu gehören Prüfparameter, Kammerbedingungen, Probenidentifikation und Ergebnisse. Im Rahmen von ISO 9001 oder ISO 14001 sind Prüfberichte oft Teil der Produktakte. Auch die Anforderungen an Materialzeugnisse nach ASTM A36 sind zu beachten, wie in ASTM Material Test Certificate Requirements erläutert. Für die chemische Zusammensetzung von Baustahl verweisen wir auf ASTM A36 chemical composition limits. Die Dokumentation sollte auch die verwendete Normversion enthalten, da ASTM B117 regelmäßig überarbeitet wird. Die Prüfberichte sollten auch die Kalibrierung der Messgeräte und die verwendeten Referenzmaterialien dokumentieren.
Praxisbezug: Kombination mit anderen ASTM-Normen
In der Praxis wird die Salzsprühnebelprüfung häufig mit anderen Prüfungen kombiniert. So können mechanische Eigenschaften nach ASTM A36 Tensile Strength Requirements geprüft werden, wie im ASTM A36 Tensile Strength Requirements dargestellt. Der ASTM B117 salt spray testing guide liefert somit einen Baustein für ein umfassendes Qualitätssicherungssystem. Weitere relevante Normen sind ASTM D4169 für Verpackungen und ASTM D3359 für Haftfestigkeit. Die Kombination von Korrosionsprüfungen mit mechanischen Tests ermöglicht eine ganzheitliche Bewertung von Werkstoffen und Bauteilen. Die ASTM B117 wird oft in Lieferverträgen referenziert. Bei Nichteinhaltung können Reklamationen oder Gewährleistungsansprüche entstehen.
Wichtige Fakten
Maschinenlesbare Aussagen aus den oben genannten Quellen. Jeder Fakt behält in allen sechs Sprachfassungen dieselbe Kennung.
ASTM B117-19
Édition de référence de la pratique normalisée ASTM B117
Fakten-ID:
B117-EDITION5 % ± 1 % NaCl
Concentration massique de la solution saline
Fakten-ID:
B117-NACL6,5 – 7,2
Plage de pH de la solution collectée, mesurée à 25 °C
Fakten-ID:
B117-PH35 °C ± 2 °C
Température de la chambre dans la zone d'exposition
Fakten-ID:
B117-TEMP1 – 2 mL/h par 80 cm²
Débit de collecte du brouillard par unité de surface
Fakten-ID:
B117-COLLECT15° – 30°
Inclinaison des éprouvettes par rapport à la verticale
Fakten-ID:
B117-TILT24 h; 48 h; 96 h; 168 h; 240 h; 480 h; 720 h; 1000 h
Durées d'exposition couramment spécifiées
Fakten-ID:
B117-DURATIONS83 – 123 kPa
Plage indicative de pression d'air de l'atomiseur
Fakten-ID:
B117-AIR
Häufig gestellte Fragen
Was ist der Unterschied zwischen ASTM B117 und ISO 9227?
Beide Normen beschreiben Salzsprühnebelprüfungen, unterscheiden sich aber in Details wie der Prüfkammergestaltung, der Sprührate und der Bewertung. ISO 9227 umfasst zusätzlich AASS- und CASS-Prüfungen, während ASTM B117 die neutrale NSS-Prüfung fokussiert.
Wie lange dauert eine ASTM B117 Prüfung?
Die Prüfdauer wird in der Spezifikation festgelegt und kann von 24 Stunden bis zu mehreren hundert oder tausend Stunden reichen. Übliche Dauern sind 48, 96, 240 oder 720 Stunden.
Ist ASTM B117 eine Lebensdauervorhersage?
Nein, ASTM B117 ist ein beschleunigtes Prüfverfahren zum Vergleich von Materialien. Die Ergebnisse lassen sich nicht direkt auf die reale Lebensdauer übertragen.
Welche Dokumentation ist erforderlich?
Es müssen alle Prüfparameter, Kammerbedingungen, Probenidentifikation und Ergebnisse dokumentiert werden. Die Prüfberichte sollten die Normversion und die Kalibrierung der Geräte enthalten.
Quellen und Lizenzierung
Jede Aussage in diesem Artikel lässt sich auf die unten genannten Quellen zurückführen. Die Links führen direkt zum Herausgeber.