ASTM-Werkstoffe 4 Min. Lesezeit

ASTM E18 rockwell hardness requirements: Prüfplan, Skalen, Prüfmittel, Dokumentation

ASTM E18 regelt die Rockwell-Härteprüfung metallischer Werkstoffe – von der Skalenwahl über Prüfmittel und Kalibrierung bis zur Auswertung und Nachweisführung. Der Leitfaden ordnet die Anforderungen für Prüfplanung und Qualitätssicherung ein.

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Geltungsbereich und Abgrenzung zu anderen Normen

ASTM E18 beschreibt die Rockwell-Härteprüfung sowie die Rockwell-Superficial-Härteprüfung für metallische Werkstoffe. Die Norm regelt Prüfverfahren, zulässige Skalen, Eindringkörper, Prüfkräfte, Anforderungen an Prüfmaschinen und Referenzmaterialien sowie die Auswertung und Rundung der Messergebnisse.

Zwei Verfahrensfamilien sind zu unterscheiden. Die klassische Rockwell-Prüfung arbeitet mit hohen Prüfkräften und liefert Werte wie HRC, HRB oder HRA. Die Superficial-Prüfung verwendet deutlich geringere Prüfkräfte und wird mit Skalen wie 15N, 30N oder 45N bezeichnet. Beide Verfahren folgen demselben Messprinzip: Aufbringen einer Vorlast, Aufbringen der Hauptlast, Rücknahme der Hauptlast und Messung der bleibenden Eindringtiefe.

Die ASTM E18 rockwell hardness requirements sind damit kein einzelner Grenzwert, sondern ein Bündel technischer Vorgaben. Wer Härtewerte in Prüfbescheinigungen übernimmt, sollte zusätzlich die Vorgaben zur Bescheinigung nach ASTM Material Test Certificate Requirements beachten, weil dort festgelegt ist, welche Angaben zu Verfahren, Prüfmittel und Ergebnis zwingend mitzuliefern sind.

Inhaltlich verwandt, aber nicht identisch ist ISO 6508-1. Unterschiede bestehen unter anderem bei Skalenbezeichnungen, Kalibrierintervallen und Rundungsregeln. Eine Umrechnung zwischen Werten nach ASTM E18 und ISO 6508-1 ist nicht ohne Weiteres zulässig; hierfür sind gesonderte Umwertungstabellen heranzuziehen.

Skalen, Eindringkörper und Prüfkräfte

Klassische Rockwell-Skalen

Die Skalenwahl richtet sich nach Werkstoff, Härtebereich und Bauteildicke. HRC mit Diamantkegel und 150 kgf Prüfkraft ist für gehärtete und vergütete Stähle üblich. HRB mit Stahlkugel und 100 kgf Prüfkraft deckt weichere Werkstoffe ab, etwa Kupferlegierungen oder unlegierte Baustähle. HRA wird vor allem für sehr harte Werkstoffe und dünne Randschichten eingesetzt.

Für Baustähle wie ASTM A36 ist die Härteprüfung meist nur eine Zusatzinformation. Verbindlich sind dort Zugfestigkeit und chemische Zusammensetzung; die entsprechenden Grenzwerte sind in ASTM A36 Tensile Strength Requirements und in ASTM A36 chemical composition limits zusammengefasst.

Superficial-Skalen

Superficial-Skalen nutzen eine Vorlast von 3 kgf und Hauptlasten von 15, 30 oder 45 kgf. Sie eignen sich für dünnwandige Bauteile, Einsatzschichten und Randzonen, bei denen die klassische Prüfung den Werkstoff durchdringen würde. Die Bezeichnung kombiniert Prüfkraft und Eindringkörper, beispielsweise 30N für einen Diamantkegel mit 30 kgf.

Entscheidend ist die Mindestdicke: Sie ergibt sich aus der erwarteten Eindringtiefe und ist in der Norm tabelliert. Wird sie unterschritten, ist das Ergebnis nicht normgerecht, weil der Auflageeffekt das Messsignal verfälscht.

Anforderungen an Prüfgerät und Kalibrierung

Die Norm stellt Anforderungen an Prüfmaschine, Eindringkörper, Auflagetisch und Referenzhärtevergleichsplatten. Wesentlich sind:

  • direkte und indirekte Kalibrierung in festgelegten Intervallen
  • Prüfung der Prüfkraft und der Kraftaufbringgeschwindigkeit
  • Kontrolle der Eindringkörper auf Maßhaltigkeit und Beschädigungen
  • Überwachung der Umgebungstemperatur im zulässigen Bereich
  • regelmäßige Überprüfung mit Referenzplatten

Die tägliche Überprüfung an einer Referenzplatte gehört zum Standardablauf. Weicht der Mittelwert über die zulässige Toleranz hinaus ab, ist die Maschine nachzustellen oder neu zu kalibrieren. Die ASTM E18 rockwell hardness requirements legen dabei fest, wie viele Einzelmessungen zu einer Prüfung gehören und wie der Mittelwert zu bilden ist.

Prüfablauf und Auswertung

Der Ablauf ist eng getaktet: Vorlast aufbringen, Messuhr nullen, Hauptlast innerhalb einer definierten Zeit aufbringen, Haltezeit einhalten, Hauptlast zurücknehmen, bleibende Eindringtiefe ablesen. Abweichungen bei Haltezeit oder Aufbringgeschwindigkeit wirken sich unmittelbar auf das Ergebnis aus.

Aus mehreren Einzelmessungen wird ein Mittelwert gebildet. Die Norm gibt vor, wie viele Messpunkte mindestens erforderlich sind und wie mit Ausreißern umzugehen ist. Messungen an gekrümmten Oberflächen erfordern Korrekturfaktoren; ohne diese Korrektur sind die Werte nicht vergleichbar.

Dokumentation und Nachweisführung

Prüfberichte müssen Skala, Prüfkraft, Eindringkörper, Mittelwert, Streuung und die eingesetzte Prüfmaschine erkennen lassen. Bei Lieferungen nach ASTM-Regelwerken gehört die Härteangabe in die Werkstoffbescheinigung. Ergänzend relevant sind Transport- und Verpackungsprüfungen, etwa nach dem ASTM D4169 Distribution Testing Schedule Guide, wenn Bauteile als verpackte Einheiten geprüft werden.

Für ein QM-System nach ISO 9001 empfiehlt sich ein Prüfplan, der Skala, Mindestdicke, Anzahl der Messpunkte, Kalibrierintervalle und Dokumentationspflichten an einer Stelle bündelt. So bleiben Ergebnisse über Chargen und Standorte hinweg vergleichbar.

Typische Fehlerquellen

  • falsche Skalenwahl für Werkstoff oder Bauteildicke
  • Unterschreiten der Mindestbauteildicke
  • verschmutzte oder beschädigte Auflageflächen
  • nicht eingehaltene Haltezeiten
  • fehlende Temperaturkontrolle im Prüfraum
  • Umrechnung zwischen Werten nach ASTM E18 und ISO 6508-1 ohne zulässige Tabelle

Wer die ASTM E18 rockwell hardness requirements systematisch in die Prüfplanung einbindet, reduziert Nacharbeit und Reklamationen. Entscheidend ist weniger die einzelne Messung als die durchgängige Kette aus Geräteüberwachung, Verfahrensvorgabe und nachvollziehbarer Dokumentation.

Wichtige Fakten

Maschinenlesbare Aussagen aus den oben genannten Quellen. Jeder Fakt behält in allen sechs Sprachfassungen dieselbe Kennung.

  • 10 kgf (98 N)

    Précharge appliquée avant la charge majeure pour toutes les échelles Rockwell régulières.

    Fakten-ID: e18-preload

  • 150 kgf (1471 N)

    Charge majeure de l'échelle HRC.

    Fakten-ID: e18-hrc-major-load

  • 100 kgf (981 N)

    Charge majeure de l'échelle HRB.

    Fakten-ID: e18-hrb-major-load

  • Diamond cone, 120° included angle, 0.2 mm tip radius

    Pénétrateur de l'échelle HRC.

    Fakten-ID: e18-hrc-indenter

  • 1/16 in (1.588 mm) tungsten carbide ball

    Pénétrateur de l'échelle HRB.

    Fakten-ID: e18-hrb-indenter

  • 3 kgf (29 N)

    Précharge appliquée pour les échelles Rockwell superficielles.

    Fakten-ID: e18-superficial-preload

  • 3 × indentation diameter (center-to-center); 2.5 × indentation diameter (center-to-edge)

    Distances minimales entre empreintes et par rapport au bord de l'éprouvette.

    Fakten-ID: e18-min-spacing

  • 0.1 HR

    Résolution de lecture usuelle des échelles Rockwell régulières.

    Fakten-ID: e18-reading-resolution

  • 10 °C to 35 °C

    Plage de température d'essai généralement retenue.

    Fakten-ID: e18-test-temperature

Häufig gestellte Fragen

Welche Werkstoffe erfasst ASTM E18?

Die Norm gilt für metallische Werkstoffe. Sie deckt sowohl die klassische Rockwell-Prüfung mit hohen Prüfkräften als auch die Superficial-Prüfung mit reduzierten Prüfkräften ab. Für Kunststoffe oder Elastomere sind andere Verfahren heranzuziehen.

Woran erkennt man die richtige Skala?

Die Skala ergibt sich aus Werkstoff, erwartetem Härtebereich und Bauteildicke. HRC mit Diamantkegel und 150 kgf ist für gehärtete Stähle üblich, HRB mit Stahlkugel und 100 kgf für weichere Werkstoffe, Superficial-Skalen wie 30N für dünnwandige Bauteile und Randzonen.

Wie oft muss die Prüfmaschine überprüft werden?

Vorgesehen sind eine tägliche Überprüfung an einer Referenzhärtevergleichsplatte sowie direkte und indirekte Kalibrierungen in festgelegten Intervallen. Zusätzlich sind Prüfkraft, Kraftaufbringgeschwindigkeit und Eindringkörper regelmäßig zu kontrollieren.

Sind Werte nach ASTM E18 und ISO 6508-1 austauschbar?

Nein. Die Normen sind eng verwandt, aber nicht deckungsgleich. Unterschiede bestehen bei Skalenbezeichnungen, Kalibrierintervallen und Rundungsregeln. Eine Umrechnung ist nur über gesonderte Umwertungstabellen zulässig.

Was gehört in den Prüfbericht?

Mindestens Skala, Prüfkraft, Eindringkörper, Mittelwert, Streuung und die eingesetzte Prüfmaschine. Bei Lieferungen nach ASTM-Regelwerken wird die Härteangabe zusätzlich in die Werkstoffbescheinigung aufgenommen.

Quellen und Lizenzierung

Jede Aussage in diesem Artikel lässt sich auf die unten genannten Quellen zurückführen. Die Links führen direkt zum Herausgeber.

  1. ASTM E18 — Standard Test Methods for Rockwell Hardness of Metallic Materials(öffnet in einem neuen Tab)

    Herausgeber: ASTM International© ASTM International — tous droits réservés

  2. NIST — Standard Reference Materials (étalons de dureté)(öffnet in einem neuen Tab)

    Herausgeber: NISTDomaine public (gouvernement des États-Unis)

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