ASTM-Werkstoffe 4 Min. Lesezeit
ASTM D638 Tensile Properties Plastics Checklist: ASTM D638 tensile properties plastics checklist Für Kunststoffe
Die ASTM D638 regelt den Zugversuch an Kunststoffen. Der Leitfaden erklärt Prüfkörper, Konditionierung, Kennwerte, Dokumentation und eine ASTM D638 tensile properties plastics checklist für die Praxis.
Die ASTM D638 ist die zentrale Prüfnorm für Zugversuche an Kunststoffen. Sie legt Prüfkörpergeometrien, Konditionierung, Prüfgeschwindigkeiten und die zu ermittelnden Kennwerte fest. Für Labore, Qualitätsstellen und Zulieferer dient eine ASTM D638 tensile properties plastics checklist als Arbeitsgrundlage, um Prüfungen reproduzierbar zu planen, durchzuführen und zu dokumentieren.
Geltungsbereich und Normenbezug
ASTM D638 gilt für starre und halbstarre Kunststoffe, einschließlich gefüllter und ungefüllter Thermoplaste sowie duroplastischer Formmassen. Nicht erfasst sind Schaumstoffe, Elastomere und Verbundwerkstoffe mit anisotropem Aufbau, sofern keine gesonderte Regelung greift. Die Norm verweist für die Probenkonditionierung auf ASTM D618. Wer Prüfungen im Rahmen eines QM-Systems nach ISO 9001 durchführt, muss die Anforderungen an Ressourcen, Rückverfolgbarkeit und dokumentierte Informationen beachten.
Für die Prüfmittelüberwachung gelten die Vorgaben aus ISO 9001 Abschnitt 7.1.5. Prüfmaschinen, Extensometer und Messschieber sind kalibriert zu führen. Die Prüfbescheinigung muss die Rückverfolgbarkeit zum Material und zur Charge sicherstellen. Hinweise zur Ausstellung von Prüfzeugnissen finden sich im Leitfaden zu ASTM Material Test Certificate Requirements.
Abgrenzung zu ISO 527-1 und ISO 527-2
ISO 527-1 und ISO 527-2 beschreiben den Zugversuch ebenfalls, unterscheiden sich aber bei Prüfkörpern, Prüfgeschwindigkeiten und Kennwertdefinitionen. ASTM D638 verwendet die Prüfkörper Typ I bis Typ V. ISO 527-2 nutzt Typ 1A, 1B und 1BA. Eine direkte Zahlenübernahme zwischen beiden Normen ist ohne Angabe der Prüfbedingungen nicht zulässig. Wer Ergebnisse vergleicht, muss Prüfkörper, Geschwindigkeit, Konditionierung und Messlänge offenlegen.
Prüfkörper, Konditionierung und Messmittel
Die Probenvorbereitung entscheidet über die Streuung. ASTM D638 erlaubt spritzgegossene, gepresste oder mechanisch bearbeitete Prüfkörper. Typ I ist der Standardkörper für starre Kunststoffe, Typ IV wird häufig bei dünnen Platten eingesetzt. Die Dicke muss über die Messlänge gleichmäßig sein. Grate, Einschlüsse und Bearbeitungsspuren sind auszuschließen.
Die Konditionierung erfolgt nach ASTM D618. Üblich sind 40 Stunden bei 23 °C und 50 % relativer Luftfeuchte, sofern die Produktspezifikation nichts anderes vorgibt. Feuchteempfindliche Polyamide benötigen eine definierte Trocknung oder Befeuchtung. Die Messmittel müssen die Dehnung berührungslos oder mit geeigneter Schneidenauflage erfassen. Ein Extensometer der Klasse B-2 oder besser ist für Modulmessungen vorzusehen.
Durchführung und Messgrößen
Die Prüfgeschwindigkeit richtet sich nach Prüfkörper und Material. Für starre Kunststoffe sind 5 mm/min üblich, für dünnere oder zähere Werkstoffe 50 mm/min. Die Vorschubgeschwindigkeit ist im Bericht anzugeben. Die Messlänge wird vor dem Versuch markiert. Die Einspannung darf kein Rutschen und keine Kerbwirkung erzeugen.
Zu den Kennwerten gehören Zugfestigkeit, Streckgrenze, Bruchdehnung, Dehnung bei Bruch und Zugmodul. Der Zugmodul wird aus dem Anfangsbereich der Spannungs-Dehnungs-Kurve bestimmt. Die Auswertung erfolgt über mindestens fünf gültige Prüfkörper. Bricht ein Prüfkörper außerhalb der Messlänge oder in der Einspannung, ist der Versuch zu wiederholen. Die Ergebnisse sind als Mittelwert, Standardabweichung und Einzelwerte zu dokumentieren.
Prüfbericht und Dokumentation
Ein vollständiger Bericht enthält Materialbezeichnung, Charge, Prüfkörpertyp, Herstellverfahren, Konditionierung, Prüfgeschwindigkeit, Messlänge, Querschnittsabmessungen, Vorspannung, Extensometer, Prüfmaschine, Datum und Prüfer. Die ASTM D638 tensile properties plastics checklist sollte außerdem Platz für Abweichungen und Nacharbeiten bieten. Wer Prüfungen für Verpackungen oder Logistikketten kombiniert, kann auf den ASTM D4169 Distribution Testing Schedule Guide verweisen.
Die Dokumentation muss nach ISO 9001 lenkbar sein. Änderungen an Prüfparametern werden versioniert. Rohdaten und Auswertetabellen sind so abzulegen, dass eine unabhängige Nachrechnung möglich ist. Bei Werksabnahmen sind die Anforderungen der Produktspezifikation und des Kunden vorrangig. Für metallische Werkstoffe gelten andere Normen, etwa ASTM A36 Tensile Strength Requirements.
Fehlerquellen und Abweichungsmanagement
Häufige Fehler sind falsche Prüfkörper, unzureichende Konditionierung, Rutschen in den Einspannbacken, falsche Messlänge und eine zu hohe Prüfgeschwindigkeit. Auch ein nicht kalibriertes Extensometer oder eine falsche Nulllage verfälschen den Modul. Bei Abweichungen ist eine Ursachenanalyse durchzuführen. Korrekturmaßnahmen werden nach ISO 9001 dokumentiert und auf Wirksamkeit geprüft.
Die Prüfmaschine ist regelmäßig zu verifizieren. Kraftmessdose und Wegmessung müssen innerhalb der zulässigen Toleranz liegen. Die Einspannbacken sind auf Verschleiß zu prüfen. Bei Materialwechsel sind Rückstände zu entfernen. Die Umgebungsbedingungen im Labor sind aufzuzeichnen. Für Umweltaspekte des Labors kann ISO 14001, für Arbeitssicherheit ISO 45001 herangezogen werden.
Checkliste für die Praxis
Die folgende ASTM D638 tensile properties plastics checklist fasst die Mindestschritte zusammen:
- Norm und Prüfkörpertyp festlegen: ASTM D638, Typ I bis Typ V.
- Materialcharge und Vorbehandlung dokumentieren.
- Konditionierung nach ASTM D618 durchführen.
- Prüfmaschine und Extensometer auf Kalibrierung prüfen.
- Abmessungen und Messlänge erfassen.
- Prüfgeschwindigkeit und Vorspannung einstellen.
- Mindestens fünf gültige Prüfkörper testen.
- Bruchlage und Ausschlusskriterien bewerten.
- Kennwerte berechnen und Rohdaten sichern.
- Bericht mit Abweichungen und Freigabe archivieren.
Die Checkliste ist kein Ersatz für die Norm. Sie dient als Arbeitsanweisung und Prüfprotokoll. Wer regelmäßig nach ASTM D638 prüft, sollte die Parameter in der Prüfplanung versionieren und mit ISO 9001 verknüpfen. So bleiben Ergebnisse vergleichbar und auditfähig.
Wichtige Fakten
Maschinenlesbare Aussagen aus den oben genannten Quellen. Jeder Fakt behält in allen sechs Sprachfassungen dieselbe Kennung.
ASTM D638
Die Prüfnorm für den Zugversuch an Kunststoffen ist ASTM D638.
Fakten-ID:
standardType I, II, III, IV, V
ASTM D638 defines several specimen types, including Type I, II, III, IV, and V.
Fakten-ID:
specimen_types5 mm/min, 50 mm/min, 500 mm/min
Common crosshead speeds are 5 mm/min, 50 mm/min, and 500 mm/min, selected by material rigidity and specimen type.
Fakten-ID:
common_speedsASTM D618
Conditioning is typically performed in accordance with ASTM D618.
Fakten-ID:
conditioning_standard23 ± 2°C; 50 ± 10% RH
A common conditioning atmosphere is 23 ± 2°C and 50 ± 10% relative humidity.
Fakten-ID:
conditioning_atmosphere5 specimens
ASTM D638 generally calls for testing at least five specimens per sample.
Fakten-ID:
minimum_specimensMPa
Tensile stress is commonly reported in megapascals.
Fakten-ID:
stress_unit%
Elongation and strain are commonly reported as percentages.
Fakten-ID:
strain_unitStress-strain curve
Tensile modulus is derived from the stress-strain curve, often as a secant or initial slope value.
Fakten-ID:
modulus_measureASTM D638-22
ASTM D638-22 is a common edition; always verify the current edition before testing.
Fakten-ID:
current_edition
Häufig gestellte Fragen
Für welche Werkstoffe gilt ASTM D638?
ASTM D638 gilt für starre und halbstarre Kunststoffe, einschließlich gefüllter und ungefüllter Thermoplaste sowie duroplastischer Formmassen. Schaumstoffe, Elastomere und viele Verbundwerkstoffe sind nicht erfasst, sofern keine gesonderte Regelung gilt.
Wie viele Prüfkörper sind für eine Auswertung nach ASTM D638 erforderlich?
Für eine belastbare Auswertung sind mindestens fünf gültige Prüfkörper vorzusehen. Ungültige Brüche außerhalb der Messlänge oder in der Einspannung werden nicht in die Statistik aufgenommen.
Welche Prüfgeschwindigkeit ist nach ASTM D638 üblich?
Die Geschwindigkeit richtet sich nach Prüfkörper und Material. Für starre Kunststoffe sind häufig 5 mm/min vorgesehen, für dünnere oder zähere Werkstoffe 50 mm/min. Die tatsächlich verwendete Geschwindigkeit muss im Prüfbericht stehen.
Wie werden Proben nach ASTM D638 konditioniert?
Die Konditionierung verweist auf ASTM D618. Üblich sind 40 Stunden bei 23 °C und 50 % relativer Luftfeuchte, sofern die Produktspezifikation nichts anderes vorgibt. Feuchteempfindliche Polyamide benötigen eine definierte Vorbehandlung.
Welche Angaben gehören in den Prüfbericht?
Der Bericht enthält Material, Charge, Prüfkörpertyp, Herstellverfahren, Konditionierung, Prüfgeschwindigkeit, Messlänge, Querschnittsabmessungen, Vorspannung, Extensometer, Prüfmaschine, Datum, Prüfer sowie alle Abweichungen und Einzelwerte.
Quellen und Lizenzierung
Jede Aussage in diesem Artikel lässt sich auf die unten genannten Quellen zurückführen. Die Links führen direkt zum Herausgeber.